Paartherapie (Dipl.-Psych. Jörg Claussen & HP Magret Claussen)

Warum Paartherapie?

Innerhalb der Paartherapie erfahren wir immer wieder, dass wir alle für das Erleben und Gestalten von Partnerschaften in der Regel aufgrund unserer frühen Erfahrungen in unserer Kindheit schlecht ausgerüstet sind und in nahen Beziehungen immer wieder zu scheitern drohen. Das lässt sich folgendermaßen erklären: Unsere Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme sind als zwangsläufige Konsequenzen unserer frühen Beziehungsdefizite und Traumatisierungen zu verstehen, die sich – kompensatorisch und abwehrend – z.B. in folgender Weise zeigen können: In der Idealisierung des Partners/der Partnerin, in der Erlösungshoffnung durch ihn oder sie, in der Sexualisierung von frühen – enttäuschten – Nähe- und Geborgenheitswünschen oder in der Eifersucht um das begehrte Objekt (Partner oder Partnerin).

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Das Leiden an den partnerschaftlichen Beziehungskonflikten, die die Ehe-Kultur mit ihrem täglichen Kleinkrieg und den sich ewig wiederholenden Enttäuschungen und Kränkungen kennzeichnen, kann dann so verstanden werden, dass die frühen, oft unbewussten, bedrohlichen, einsam und sich selbst fremd machenden Erfahrungen in unserer Ursprungsfamilie mit dem jetzigen Partner/der Partnerin „wiederholt“ und auf ein erträglicheres, aber permanentes Leidensmaß heruntergedimmt und verdünnt werden. Meistens tauchen daher die gleichen „Themen“ bzw. Problematiken in irgendeiner Form in unseren verschiedenen Paarbeziehungen immer wieder auf.

Die gute Seite dieser „betrüblichen“ Wahrheit ist jedoch, dass gleichzeitig keine andere Beziehung wie die Partnerschaft so geeignet ist, Ihre eigenen „Themen“, Verletzungen, Kränkungen usw. hervorkochen zu lassen, so dass Sie sich – also Ihr tieferes Inneres und damit auch Ihre tieferen, meist unbewussten emotionalen Verletzungen – gerade durch Ihre Partnerin/Ihren Partner deutlicher erfahren und kennenlernen können. Aber egal, ob Sie mehr die Dynamik Ihrer Partnerschaft oder mehr Ihren eigenen Anteil am drohenden Scheitern oder Absterben Ihrer Beziehung begreifen wollen: In jedem Fall können Ihnen therapeutische Paargespräche hilfreich sein.

Warum arbeiten wir als Therapeutenpaar?

Um zu verhindern, dass Sie als ratsuchendes Paar nur einem Therapeuten oder nur einer Therapeutin gegenüber sitzen und somit ein Geschlecht doppelt vertreten und eines unterrepräsentiert wäre, bieten wir Ihnen als Therapeutenpaar sowohl aus männlicher als auch aus weiblicher Perspektive Raum und Hilfestellung an (und natürlich auch, weil wir Freude daran haben, miteinander zu arbeiten). Mit unseren jeweiligen geschlechtsspezifischen Erfahrungen können wir leichter und gleichgewichtiger aus Frauen- und Männerperspektive Verständnis für Ihren Paarkonflikt entwickeln.
Je nach Therapieverlauf sind auch getrennte Einzel-Therapiesitzungen möglich.

Paartherapie

Wie sieht der therapeutische Rahmen aus?

  • Zu einem ersten Gespräch von 50 Minuten treffen wir uns zu Viert – wir, das Therapeutenpaar, und Sie beide -, um Sie und Ihre Paarproblematik aus Ihrer jeweiligen Sicht zu hören und um Sie kennenzulernen. Auch sollte angesprochen werden, was nach Ihrer Meinung das Ziel der Paargespräche sein sollte.
  • Wenn sich in den ersten Paargesprächen eine gute Basis ergeben hat, verfasst jeder von Ihnen einen persönlichen Lebenslauf, den Sie uns vor der nächsten Sitzung zukommen lassen.
  • Dann treffen wir uns 1 – 2 Mal jeweils 50 Minuten zu Dritt – also wir, das Therapeutenpaar, und jeweils einer von Ihnen -, um Sie ohne Beisein und Beeinflussung Ihrer Partnerin/Ihres Partners und mit Hilfe des Lebenslaufes, den wir besprechen, tiefer kennenzulernen.
  • Wenn wir Ihre Einzel- und Paarproblematiken jetzt fundierter kennen, können die tiefer gehenden Paargespräche beginnen. Dabei wird, insbesondere im konkreten Paargespräch zwischen Ihnen beiden, die jeweilige innerseelische Einzelproblematik und die – bisher – problematische Paardynamik zutage treten und kann mit unserer Hilfe von Ihnen erkannt, erlebt und bearbeitet werden.

Die Kosten

50 Minuten: 150 Euro

Häufige Fragen zur Paartherapie

Frau und Herr Claussen bieten in Ihrer Praxis als Therapeutenpaar gemeinsam eine Paartherapie an. Hier beantworten Sie kurz und knapp die Fragen, die Ihnen über dieses Angebot häufig gestellt werden.

Frau und Herr Claussen, Sie bieten Ihre Paartherapie gemeinsam als Therapeutenpaar an. Was ist davon der Vorteil?

Wenn beide Geschlechter in gleicher Anzahl vertreten sind und eine bestehende Paarproblematik von einem Paar und nicht einer einzelnen Therapeutin oder einem Therapeuten behandelt wird, fühlt es sich balancierter und stimmiger an. Jeder von uns beiden kann sich mit seinen oder ihren geschlechtsspezifischen Erfahrungen einbringen, was einer alleine so nicht könnte. Und natürlich bieten wir die Paargespräche auch als Paar an, weil wir Freude daran haben, miteinander zu arbeiten.

Und wenn mein Partner und ich zu Ihnen kommen, was erwartet uns im ersten Gespräch?

Zunächst interessiert uns, wie sich für Sie beide Ihre Paarproblematik darstellt. Jeder von Ihnen hat dabei die Gelegenheit, uns seine persönliche Sicht Ihrer Schwierigkeiten zu schildern, was die möglichen Gründe für Ihre Lage sind, was Sie schon alles probiert haben, was sich Ihrer Meinung nach in Ihrer Beziehung ändern müsste und was das Ziel der Paargespräche sein soll. Haben Sie z.B. noch Hoffnung, dass Sie wieder zueinander finden oder soll es um eine gute Trennung gehen? Und in der ersten Sitzung erhalten Sie von uns noch einen Vordruck für einen persönlichen, schriftlichen Lebenslauf, den Sie uns noch vor der nächsten Sitzung zukommen lassen. So können wir Sie und Ihre Lebensgeschichte besser kennenlernen und haben evtl. einen ersten Eindruck darüber, wie Sie jeweils zu Ihrer Paarproblematik beitragen.

Und danach führen wir unser erstes Paargespräch?

Nein, noch nicht ganz. Nachdem wir Ihre Lebensgeschichte gelesen und für uns bearbeitet haben, treffen wir uns mit jedem von Ihnen alleine, also zu Dritt, um auf Ihren Lebenslauf einzugehen und um Sie ohne den Einfluss Ihres Partners oder Ihrer Partnerin kennenzulernen. Oftmals werden ohne Beisein des Partners noch weitere wichtige Details angesprochen, oder wir lernen sozusagen „neue Seiten“ an Ihnen kennen.

Wenn wir dann als Paar wieder zu Ihnen kommen, was geschieht dann?

Der Schwerpunkt der Gespräche wird sein, dass Sie beide, also das ratsuchende Paar, direkt miteinander über ein von Ihnen gewähltes Thema in Beziehung treten und sich austauschen und wir, das Therapeutenpaar, achten darauf, wie Sie beide miteinander umgehen. Wir achten also auf Ihre Beziehungsdynamik: Wir achten z.B. darauf, wer von Ihnen wie beginnt, ob der Partner zu Wort kommt und wenn ja, wie er sich öffnet und wie nicht, ob Sie aufeinander eingehen oder aneinander vorbeireden usw. Dann stoppen wir nach einer Weile das Gespräch zwischen Ihnen beiden und fragen zuerst, wie es Ihnen jeweils in dem Gespräch ergangen ist, wie zufrieden Sie mit sich oder Ihrem Partner waren usw. Dann sagen wir aus weiblicher und männlicher Sicht unsere jeweiligen Eindrücke von Ihnen. So kann mit der Zeit immer deutlicher werden, was zwischen Ihnen gut läuft oder woran Sie vielleicht als Paar zu scheitern drohen.

Heißt das, dass Sie jedem von uns sagen, was jeder von uns als Einzelner an innerseelischer Problematik in die Beziehung einbringt und wie sich das in unserer Paardynamik ausdrückt?

Diese Rückmeldung bekommen Sie von uns auf jeden Fall. Evtl. lernen Sie über diese Paargespräche, sich offener, ehrlicher und konstruktiver miteinander auseinanderzusetzen und gehen dann Ihrer Wege. Oder es kann deutlich werden, dass die Paartherapie alleine nicht ausreicht, z.B. weil ein innerseelischer Konflikt so tief in Ihrer Persönlichkeit verankert ist, dass eine Einzeltherapie als notwendiger Schritt erscheint.

Trennen sich die Paare während oder nach einer Paartherapie eher oder finden sie wieder zueinander?

Das können wir gar nicht so klar beantworten. Was uns aber auffällt, ist, dass viele Paare oft erst einmal darüber betroffen sind, wie viele Probleme sie in ihrer Beziehung gar nicht erkannt hatten, die sich aber vergiftend auf ihre Partnerschaft ausgewirkt haben. Besonders eigene Fehlentwicklungen zu erkennen, ist – zumal sie sich nicht von heute auf morgen überwinden lassen – zunächst frustrierend und schmerzhaft. Dass nur darüber eine neue Basis und damit eine neue Ausrichtung und Orientierung gewonnen werden kann – und nicht das Versinken in dem altbekannten Chaos-, braucht eine Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbsterforschung und von unserer Seite Ermutigung und Bekräftigung.

Werden die Kosten der Paartherapie auch von der Krankenkasse übernommen? Und falls nicht, was kostet die Paartherapie bei Ihnen?

In Ihrer Fragestellung sind ja schon Zweifel bezüglich der Bezahlung durch die Krankenkasse deutlich. Paartherapie ist keine Kassenleistung. Eine Krankenkasse bezahlt nur Einzel- und Gruppentherapie und dies auch nur dann, wenn eine psychische Erkrankung vorliegt und eine Diagnose gestellt wird. Eine Sitzung Paartherapie kostet bei uns 150,- Euro und dauert 50 Minuten.

Zum Abschluss möchten wir als Therapeutenpaar noch betonen, dass keine andere Beziehung wie die Partnerschaft so geeignet ist, auch Ihre jeweils eigenen innerseelischen Problematiken zum Vorschein zu bringen, an die Sie als Single nicht herangekommen wären. Denn nach den frühen Erfahrungen in unserer Kindheit mit unseren Eltern kommt in der Regel niemand uns wieder so emotional nah wie unsere Partnerin bzw. unser Partner. Für diese einmalige Chance können wir ihr oder ihm auch dankbar sein.

Für weitere Informationen oder Fragen stehen wir persönlich zur Verfügung.

Sprechen Sie uns gerne an.

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