Häufige Fragen zur Körperpsychotherapie

Frau Claussen ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und ausgebildete  Körperpsychotherapeutin. Insbesondere zur Körperpsychotherapie kommen immer wieder viele Fragen auf. Die wohl häufigsten Fragen hat sie deswegen hier für Sie beantwortet.

Frau Claussen, viele Leute reden über Psychotherapie oder machen gerade eine. Sie bieten in Ihrer Praxis Körperarbeit an. Wann kann für mich eine Körpertherapie bei Ihnen sinnvoll sein?

Durch ihre Beschränkung auf das Gespräch stößt eine Psychotherapie öfter an Grenzen, die innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung auch nicht überwunden werden können. Denn die Lebenserfahrungen eines Menschen sind in ihrer Gesamtheit in seinem Körper gespeichert. Hier bietet die Körperarbeit eine direktere, ihr spezifische Zugangsmöglichkeit auch zu Lebenserfahrungen, die unserem Bewusstsein nicht oder nur in kleinen Teilen zugänglich sind.

Das leuchtet mir ein. Denn manche unserer Lebenserfahrungen stammen ja aus einer Zeit, in der wir noch gar keine Sprache entwickelt haben.

Ja, und diese frühen Kindheitserfahrungen, die Sie ansprechen, haben oft eine existentielle Ebene, die z.B. begleitet ist von Gefühlen der frühen Verlassenheit und Bedrohung. Bis diese tiefen Gefühle in meiner Körpertherapie wieder erlebt werden können, braucht es in der Regel aber viel Zeit, und zwischen Patientin und Therapeutin muss dafür ein stabiles Vertrauensverhältnis gewachsen sein.

Kann ich Ihre Körpertherapie in Anspruch nehmen, wenn ich mich oft angespannt oder gestresst fühle?

Ja, natürlich. Auch Verspannungen und Stressgefühle können in der Körpertherapie tiefer erforscht werden, um an deren Ursachen heranzukommen. Dabei achten Sie und ich z.B. auf Ihre Mimik und Gestik, Ihre Atmung oder auf Ihre Bewegungsimpulse und Ihre Körperhaltungen.

Können Sie mir Beispiele aus Ihrer Praxis nennen, damit ich mir Ihre Körperarbeit konkreter vorstellen kann?

Ja. Eine Patientin machte z.B. Erfahrungen damit, wie körperliche Wahrnehmungen frühe Erinnerungen bei ihr auslösten. Dieser Patientin wurde erst in der Körpertherapie bewusst, dass sie ihre Beine nicht wirklich spürte. Dieses Bewusstwerden löste die Erinnerung aus, wie sie vor ihren Eltern immer stramm gestanden hat und so ihre Angst vor ihren Eltern nicht spüren musste. Es kann auch umgekehrt sein, nämlich dass eine in der Körpertherapie gerade ausgelöste frühe Erinnerung, wie bei einem Patienten der bedrohlich sich ihm nähernde Vater, zu Körperreaktionen führt. Dieser Patient versuchte diese Erinnerung abzuwehren, indem er seinen Atem anhielt.

Diese Beispiele leuchten mir ein. Und wie intervenieren Sie dann?

Ich bewege mich da als Körpertherapeutin natürlich auf einem sensiblen Feld, weil ich mich mit meinen Interventionen vom Tempo und den Impulsen des Patienten leiten lassen und nicht zu viel von mir vorgeben möchte. Ich kann den Patienten aber dazu anregen, seine Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was mir gerade auffällt, z.B. seine hochgezogenen Schultern, seine Vermeidung des Augenkontaktes oder seine Nervosität beim Sprechen.

Das heißt, dass Sie den Patienten mit verbalen Interventionen begleiten und unterstützen?

Ja und nein. Den Patienten, der in dem eben genannten Beispiel den Augenkontakt mit mir vermieden hat, kann ich durch eine verbale Intervention, dazu anregen, mir bei unserem Gespräch in die Augen zu schauen. So kann der Patient möglicherweise einen Zugang dazu finden, welche tieferen Emotionen er mit seinem Abwehrverhalten zu vermeiden suchte. Es kann aber auch sein, dass als körpertherapeutische Intervention eine Berührung durch mich im Therapieprozess gerade wichtig ist. Z.B. kann ich den Impuls bekommen, die eben auch genannten hochgezogenen Schultern mit meinen Händen zu berühren. Ich lasse mich dabei von meinen Händen leiten und weiß oft erst hinterher, warum mir dieser Impuls gekommen ist. Meine Körperarbeit basiert zu großen Teilen also auf meiner Intuition.

Wird der Patient sich bei Ihnen immer wohl und gut fühlen?

Nein, leider sicher nicht. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für den Patienten eher nicht heilsam ist, wenn er sich einbildet, nun endlich von mir die Zuwendung zu bekommen, die er nie erhalten hat und derer er immer so bedürftig gewesen ist. Vielmehr wäre es heilsamer, wenn für den Patienten durch diese Berührung von mir auch schmerzhafte Erinnerungen ans Licht kommen, z.B. seine schmerzlich unerfüllte Sehnsucht und Bedürftigkeit. Das fühlt sich dann nicht gut, aber wahr und real an.

Also wenn ich Sie richtig verstehe, dann wollen Sie keine frühen Defizite auffüllen oder nachträglich für Befriedigungsmöglichkeiten sorgen?

Ja, genau. Man kann nichts im Körperbewusstsein loslösen oder entfernen, nichts verschwindet wirklich. Aber man kann das aus dem Blick Verlorene wieder in den Vordergrund bringen. So ist es möglich, in einer tragfähigen, akzeptierenden Beziehung frühe emotionale Verletzungen und Mangelerfahrungen wieder fühlen zu können. Dann muss der Patient nicht mehr so viel Energie für die Verdrängung und Abspaltung dieser Gefühle verwenden, sondern hat wieder mehr Energie für seine oder ihre heutige Befriedigung zur Verfügung. Das führt zu Wandel und Wachstum.

Und wenn der Patient sich wieder mehr fühlen kann, ist damit dann Ihre Arbeit abgeschlossen?

Noch nicht ganz. Es wird meines Erachtens in der Körpertherapie oft unterschätzt, dass es ständig einer Integration dieser Erfahrungen in das Verständnis des Patienten und in seine realen Beziehungsgestaltungen bedarf. Dabei spielt wieder das Gespräch eine große Rolle. Es geht darum immer wieder zu klären, wie die neu gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse ins gegenwärtige und zukünftige Leben transformiert werden können. Wenn Sie so wollen, geht es für die Patientin darum, für das in der Körpertherapie Bewusst-Gewordene auch die Verantwortung zu übernehmen. Für diese Integrationsarbeit plane ich genügend Raum ein.

Gibt es eine Möglichkeit, dass meine Krankenkasse die Kosten für Behandlungen bei Ihnen übernimmt?

Nein, leider nicht. Ich bin ausgebildete Körperpsychotherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Massage- und Wellness-Therapeutin. Diese Leistungen müssen privat bezahlt.

Wünschen Sie eine persönliche Beratung oder haben noch weitere Fragen? Dann sprechen Sie mich gerne an!

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